Der Tigerhai gehört zur Familie der Grauhaie (Carcharhinidae).
Er ist in nahezu allen tropischen und gemäßigten Küstenregionen anzutreffen, bevorzugt in trüben Gewässern. Auch in Flussmündungen ist er zu finden.
Tigerhaie können eine Größe von bis zu 6 Metern, vereinzelt aber auch von über 7 Metern erreichen.
Ihr Name leitet sich von der tigerähnlichen Musterung der Jungtiere ab. Da sich diese häufig in Ufernähe, direkt an der Wasseroberfläche aufhalten, geht man davon aus, dass die Färbung eine Tarnfunktion hat. Im flachen Wasser haben die Schatten der Wellen ein ähnliches Muster wie das der Tigerhaie. Mit zunehmendem Alter verblasst diese Färbung. Im Erwachsenenstadium ist sie kaum noch zu erkennen.
Der Tigerhai hat einen langen, tonnenförmigen Oberkörper und ein sehr schlankes Schwanzende. Seine Schnauze ist auffallend flach und kantig. Er ist der einzige in der Familie der Grauhaie, der ein Saugloch am Kopf (Spiraculum) besitzt. Das Spiraculum ist eine kleine neben den Augen liegende Öffnung, die dazu dient, Wasser einzusaugen und zu den Kiemen zu führen. In der Entwicklungsgeschichte der Haie stellt es eine rückgebildete vorderste Kiemenspalte dar.
Tigerhaie haben hoch entwickelte Zähne mit einer Schneide- und Sägestruktur. Das ermöglicht ihnen, ganz unterschiedliche Nahrung zu fressen, weshalb sie im Vergleich zu anderen Hai-Arten das breiteste Nahrungsspektrum haben. Sie fressen Knochenfische, andere Haie, Meeresschildkröten, Seevögel, winzige Krebse und sogar Abfälle. Daher werden sie auch häufig "Abfallfresser" genannt.
Aufgrund ihrer enormen Körpergröße benötigen Tigerhaie viel Nahrung und Energie. Hierbei erweist sich das breite Nahrungsspektrum als großer Vorteil. Der Rückgang einer Beuteart wirkt sich für ihn so nicht bedrohlich aus wie bei anderen Haiarten.
Sie sind dämmerungs- oder nachtaktive Jäger und eher Einzelgänger. Wenn sie ihre Beute attackieren, können sie sehr hohe Schwimmgeschwindigkeiten erreichen.
Die Tragzeit bei Tigerhaiweibchen liegt zwischen 15 und 16 Monaten. Tigerhaie sind ovovivipar, das heißt, dass das befruchtete Ei im Mutterleib heranwächst und dann als Embryo im Mutterleib ausgetragen wird. Die Anzahl der Jungen kann zwischen 10 und 80 variieren; in der Regel sind es etwa 40. Bei der Geburt sind sie knapp einen halben Meter lang.
Erwachsene Tigerhaie haben eigentlich keine natürlichen Feinde. Ihre Größe verhindert Angriffe anderer Hai-Arten. Die einzige Bedrohung für die Tigerhaie geht vom Menschen aus. Jedes Jahr werden Tausende der gestreiften Meeresräuber getötet - sei es vorsätzlich wegen ihrer attraktiven Haut oder ungewollt als Beifang in Fischernetzen. Durch die immer größer werdende Beliebtheit der fernöstlichen Küche werden sie auch für die Herstellung von Haifischflossen-Suppe gejagt.
Quelle: vox.de


