Maldive Victory ist der Name des 110 Meter langen Frachters. Das Wrack liegt auf der westlichen Seite der Flughafeninsel "Hulhule", genauergesagt im ersten Viertel der südlichen Seite an der Landungsbahn. Es liegt parallel zum Riff in einem sandigen Seebett auf einer Tiefe von 35 Metern; aufrecht, und die Spitze des Bugs zeigt nach Norden.
In den frühen Morgenstunden des 13. Februars 1981, einem Freitag, lief dieser 3500 Tonnen schwere Frachter mit voller Geschwindigkeit auf die Südspitze der Flughafeninsel auf. Da das Schiff nicht mit wasserdichten Schotten erbaut worden war, sank es innerhalb von einer Stunde, obwohl das Loch ziemlich klein war. Die Besatzung und die wenigen Passagiere an Bord retteten sich alle an Land, daß nur 30 Meter entfernt war und niemand wurde verletzt. Der Frachter war grade mal 10 Jahre alt und stammte aus Singapur. Die Frachträume waren voll mit Waren, hauptsächlich für die Touristen. Panik überkam die Insel, als bekannt wurde, daß die lang erwarteten Nahrungsmittel und Baumaterialien am Grunde des Ozeans lagen und so wurde schnell ein Bergungsteam organisiert, was zum größten Teil aus einheimischen Tauchern, aber auch aus Tauchlehrern von nahegelegenen Inseln bestand. Sie brachten auch den Großteil der Ladung an Land, aber die meisten Sachen waren durch das Salzwasser ruiniert und der finanzielle Verlust war groß. Das Seewasser hatte in der Tiefe von 35 Metern einen so einen starken Druck ausgeübt, daß die Korken aus den Flaschen geflogen sind. Es waren tausende von Weinflaschen und andere Alkoholika an Bord. Sogar zwei nagelneue Autos, die an Deck standen, wurden unbrauchbar. Sogar heutzutage werden noch Teile der Ladung aus dem 110 Meter langen Wrack gefunden.
Das Wrack ist durch eine Boje gekennzeichnet, an der die Boote befestigt werden können. Durch die kräftigen Strömungen zwischen Male' und "Hulhule" ist es absolut notwendig, mit einer Sicherheitsleine abzutauchen und an die Oberfläche zurückzukehren. Im Normalfall steigt man am Hauptmast ab, der bis zu einer Höhe von zwölf Metern (40 Fuß) unter die Wasseroberfläche ragt. Sobald man das Deck des Schiffes erreicht hat, dient dessen Struktur als Schutz vor der Strömung. Die Luken sind weit geöffnet und man kann leicht in sie hineinschwimmen. Auf der Brücke gibt es nichts von besonderem Interesse, da die ganze technische Ausrüstung des Schiffes wie Kompass, Steuer und sogar der Fernschreiber, der ca. 10 Jahre lang für die Unterwasserfotografen sehr interessant war, verschwunden sind. Diejenigen, die das Innere des Schiffes erforschen wollen, das über die Treppe und dem langen Flur zu erreichen ist, empfehlen wir die Mitnahme einer guten Taschenlampe und die Assistenz eines Tauchlehrers, der das Schiff natürlich wie seine Westentasche kennt.
Nur ein paar Stunden, nachdem die Maldive Victory versunken war, nannte eine große Anzahl von Fischen das Schiff sein Zuhause. Mehr als ein Jahrzehnt lang patroulliert nun eine große Schule von Fledermausfischen um das Schiff und einige Barrakudas schweben über der Plattform. Die Barrakudas, die um das Wrack herumschwimmen, werden von einer Eskorte Lippfische begleitet. Große Schulen von Füsilieren schießen wie eine Art Wurfschatten der Röhren, Durchgänge und Nischen, die in dem Schiff sind, durch das Wasser. Fakt ist, daß man dort alle Tierarten antreffen kann, die normalerweise im Riff, in Grotten oder Unterwasserhöhlen leben. Wenn man dort öfter taucht, trifft man mit etwas Glück auf die große Schildkröte, die gerne im Bugspriet der Maldive Victory schläft.
Tauchgänge zur Maldive Victory sind etwas für erfahrene Taucher. Das Deck liegt auf einer Tiefe von 25 m, was aber nicht unbedingt ein Problem darstellt. Vorsicht, Planung und Erfahrung sind von einem Taucher aufgrund der dort herrschenden starken Strömung gefordert. Entscheident ist, daß man eine Leine zum Ab- und Aufstieg benutzt. Das Wrack ist 110 mlang, aber nur ein Taucher kann in Übereinstimmung mit den anderen Tauchern die Länge des TG's und die in etwa zu verbrauchende Preßluft planen, um die ganze Tauchgruppe sicher zur Boje zurückzuführen. Man sollte auch daran denken, daß das Wrack mit sehr scharfen Muscheln und nesselnden Lebewesen verziert ist. Außerdem können Verletzungen durch scharf gezackte Fragmente des Metalls verursacht werden. Obwohl gesunkene Schiffe leblose Objekte sind, werden sie innerhalb von ca. 15 Jahren zu einem künstlichen Riff umgewandelt. Daher gelten dort die gleichen Regeln wie bei einem Korallenriff: Sicherheitsabstand zur Riffstruktur halten und und beim Durchschwimmen von schmalen Durchgängen darauf achten, daß mit den Flossen keine Korallen zerstört werden.


