Die Tauchplatzbeschreibungen stammen aus dem
Sharm-el-Sheikh Diving Guide
- mit freundlicher Genehmigung des Autors Alberto Siliotti.
Ras Mohammed
Südlich von Sharm el-Sheik ist die Küste vollkommen desertifiziert und für über eine Meile bis zur kleinen Bucht von Marsa Ghazlani, wo der Nationalpark von Ras Mohammed beginnt, ohne jeglichen Unterschlupf.
Es folgt eine weitere Bucht namens Marsa Bareika, die wesentlich breiter und tiefer ist und 2,8 Meilen weit in das Festland hineinragt, wobei sie die Halbinsel von Ras Mohammed, südlichster Punkt des Sinai, begrenzt, die sich 5 Meilen weit gegen Südwesten ins Meer erstreckt und den Golf von Aqaba vom Golf von Suez trennt.
Die östliche Küste der Halbinsel besteht aus einem hohen, fossilen Korallenriff, das für wenige Dutzend Meter vom einzigen zugänglichen Strand des Ortes, genannt Aqaba Beach, unterbrochen wird und in der Landspitze von Ras Mohammed endet, was auf Arabisch Kap des Mohammed bedeutet, zumal sein Profil an das bärtige von Mohammed erinnere.
Die felsigen Ausläufer sind ca. 50 Meter hoch und auf ihren Gipfeln gibt es einen Aussichtspunkt namens Shark Observatory.
Auf der südlichen Seite der Halbinsel befinden sich die drei Strände Shark Observatory Beach, Main Beach, Yolanda Beach, die seichte Sandbucht Hidden Bay oder versteckte Bucht, deren Mündung vollkommen von einem ausgedehnten Madreporenriff versperrt ist, und Mangrove Island, ein Inselchen mit einem kleinen Leuchtturm, welches durch den mit zahlreichen Mangroven (Avicenia marina) bewachsenen Mangrove Channel völlig von der Halbinsel getrennt ist.
Die Westseite der Halbinsel ist niedrig und sandig und ihre einzige Besonderheit besteht in einem gut geschützten Ankerplatz, der sich auf der Höhe einer halbgesunkenen, alten Mole, genannt Quay, befindet.
Aufgrund ihrer geographischen Lage stellt die Halbinsel von Ras Mohammed eine privilegierte Zone dar, die sich durch große Bewegungen von Wassermassen, die bemerkenswerte Mengen von Plankton und nahrhaften Elementen transportieren, welche wiederum eine außergewöhnliche Entwicklung sowohl von Hart- als auch Weichkorallen und der Meeresfauna, sowohl der Riff- als auch der pelagischen Fauna, gestatten, von anderen unterscheidet. Angezogen von der Fülle an Nahrung sind, in der Tat, Barrakudas, Makrelen, Thunfische und Haie Stammgäste dieser Gewässer, die den Tauchern die Möglichkeit besonders interessanter Tauchgänge vor allem von Juni bis August bieten.
Die klassischen Tauchgänge beginnen nahe des südlichen Kaps von Marsa Bareika, bekannt als Ras Za'atar, und setzen sich entlang der Ostküste in Jackfish Alley, Eel Garden und Shark Observatory, auch Ras Mohammed Wall genannt, und an der südlichen Grenze der Halbinsel in Anemone City, Shark Reef und Yolanda Reef fort.
Strasse von Tiran
Die Straße von Tiran liegt am südlichen Ende des Golfes von Aqaba und wird im Westen von der Küste des Sinai und im Osten von der Insel von Tiran begrenzt.
Im Zentrum dieses Kanals befinden sich vier von Nordosten nach Südwesten verlaufende Korallenriffe, die nach den Namen der englischen Geographen, welche im 19.Jh. die erste Seekarte der Region zeichneten, benannt sind: Jackson Reef, Woodhouse Reef, Thomas Reef und Gordon Reef.
Die Riffe teilen die Straße in zwei Kanäle:
Im Osten befindet sich die sogenannte Grafton Passage, welche ausschließlich von Schiffen in Richtung Norden benützt wird, während im Westen die Enterprise Passage liegt, die von in Richtung Süden passierenden Schiffen befahren wird.
Östlich der Insel von Tiran und der nahen Insel von Sanafir, welche sich beide im Besitz Saudi Arabiens befindet, aber von Ägypten verwaltet werden, lassen die seichten Gründe keine Schifffahrt zu.
Auf der Höhe der Straße von Tiran verengt sich der Golf von Aqaba von einer durchschnittlichen Breite von 10-12 Meilen auf bis zu 2,4 Meilen, während der Meeresgrund von einer Tiefe von 1.270 Metern auf 71 Meter in der Grafton Passage und auf 250 Meter in der Enterprise Passage ansteigt.
Diese besondere Konfirmation der Straße vermindert einerseits den Austausch der tiefen Wasser des Golfes von Aqaba mit dem Rest des Roten Meeres und verursacht somit einen Anstieg des Salzgehaltes und der Temperatur, andererseits bewirkt sie eine Erhöhung der Geschwindigkeit der Gezeitenströme und der mittleren Größe der Wellen, welche von Winden aufgepeitscht werden, die von den hohen Bergen des Sinai und Arabiens gesteuert und deshalb ebenfalls seinem Phänomen der Beschleunigung ausgesetzt sind.
Die besondere topographische Anordnung dieser Riffe und die Präsenz von vorherrschenden Nordwinden, deren größte Intensität am Morgen zu verzeichnen ist, die am Nachmittag abnimmt, bewirken, dass ihre westlichen und nördlichen Hänge (oder Außenseite) den Wellen wesentlich stärker ausgesetzt sind als die östlichen und südlichen, die sich im ''Innern'' befinden und geschützt sind.
Die für die Straße von Tiran charakteristischen starken Strömungen befördern täglich große Mengen an Plankton und nahrhaften Elementen und liefern genügend Nahrung für die Korallen und somit auch für die Rifffische, die ihrerseits wieder Nahrung für die pelagischen Raubfische wie Barrakudas, Makrelen, Thunfische und vor allem für die in dieser Zone immer vorhandenen Haie darstellen.
Taucher in den Gewässern von Tiran können also sicher sein, nicht nur unzählige Korallenformen, sondern auch eine reiche Riff- und pelagische Fauna bewundern zu können. Dennoch ist immer auf die Winde, die Gezeiten und die von ihnen verursachten Strömungen zu achten, welche für die Wahl des Tauchgangs bzw. der Route ausschlaggebend sind.
Strasse von Gubal
Die Straße von Gubal wird im Westen von der ägyptischen Küste und im Osten von der Halbinsel Sinai begrenzt und stellt die Verbindung zwischen dem Golf von Suez und dem Roten Meer dar. Die Tiefe des Golfes von Suez ist aufgrund seines unterschiedlichen geologischen Ursprungs wesentlich geringer als die des Golfes von Aqaba und beträgt um die 80 Meter. Der Kanal, der die Durchfahrt der Schiffe in der Straße von Gubal ermöglicht, ist um einiges größer als der von Tiran und wird im Nordosten von zwei bis zur Wasseroberfläche reichenden Klippen, genannt Beacon Rock und Shag Rock, begrenzt, die beide durch einen Leuchtturm gekennzeichnet sind und auf welchen die Wracks der Dunravan und der Sara H. liegen.
Im Südwesten ist der Kanal vom südlichsten Punkt der Insel von Shadwan ( auf den englischen Karten auch als Shaker Island eingezeichnet), welche ebenfalls über einen Leuchtturm verfügt, der 15,2 Meilen von dem von Beacon Rock entfernt ist, begrenzt.
Der südöstliche Abschnitt der Straße ist von zwei imposanten, teilweise sichtbaren Madreporenstöcken gekennzeichnet, die auf arabisch sha'ab genannt werden und ein Korallenriff bilden, in dessen Innerem sich Lagunen mit sandig-seichten Grund erstrecken.
Auf der Höhe der westlichen Seite der Halbinsel von Ras Mohammed befindet sich Sha'ab Mahmud, ca. 6 Meilen lang und 2,7 Meilen breit und im Norden und im Süden von zwei kleineren sha'ab, dem Sha'ab Surur und dem Sha'ab el-Utat, begrenzt. Sha'ab Mahmud besteht aus einem Madreporenriff, welches von Nordwesten nach Südosten verläuft, auf der westlichen Seite von zwei Kanälen, dem Small Crack und dem Big Crack, unterbrochen wird und auf der südlichen Seite vollkommen offen ist.


