14 Tage Tauchsafari auf der Lady Somaya 4 mit Rudi-Direkt Reisen vom 20.09.-04-10.2003
Tja, wie fange ich am besten an diesen Urlaub zu beschreiben?
Geplant hatten wir eigentlich zu dritt eine Safari im September zu unternehmen und danach noch eine Woche im Hotel zu verbringen. Doch es kam ganz anders als wir gedacht hatten.
Die erste Hürde war die, dass wir den Zeitpunkt unserer Reise schon seit etwa einem Jahr kannten, uns aber eigentlich nicht wirklich um ein Boot gekümmert hatten. So kam es dann, dass wir relativ kurzfristig für unseren Urlaub noch ein Boot finden mussten. Dies ging dann aber doch relativ flott mit einigen Anfragen an diverse Safariveranstalter. Von Rudi-Direkt Reisen bekamen wir dann das Angebot für eine 14-Tage Safari in den Tiefen Süden (In Fachkreisen auch als Marine-Park-Tour bekannt). Etwa 10 Tage vor unserer Abreise sagte uns dann noch eine Freundin ab, sodass wir nur noch zu zweit waren...
So trafen wir uns dann, fuhren gemeinsam zum Düsseldorfer Flughafen und setzten uns in die Maschine von EgyptAir, die uns sicher, aber auch mit einigen Turbulenzen die man von EgyptAir kennt, nach Hurghada brachte.
Angekommen in Hurghada, es war etwa 2 Uhr morgens wurden wir am Flughafen eingefangen und per Bus noch 3 Stunden gen Süden nach Ras Ghalib verfrachtet wo wir das erste mal unsere neue Heimat die Lady Somaya 4 sahen. Unser erster Eindruck war eigentlich eher bescheiden, dies sollte sich in den nächsten Tagen jedoch ungemein ändern!
Nach ein paar (mehr waren es wirklich nicht) Stunden Schlaf liefen wir dann morgens aus um unseren ersten Tauchgang des Urlaubs zu absolvieren. Ich glaube diesen habe ich noch gar nicht richtig mitbekommen, denn ich wurde erst nach dem TG richtig wach (und das ist noch fast übertrieben!). Wieder an Bord lernten wir dann auch unsere Weggefährten für die nächsten zwei Wochen kennen. Da waren die Schweizer, unser Adolf, Inge, unser Guide Markus und natürlich die Crew.
An dieser Stelle auch ein ganz ganz dickes Lob an unseren "Smutje" und die gesamte Küchencrew. Es war wirklich absolute Sahne, was Ihr da zusammen gekocht habt! Selten so gut gegessen und es hatte soweit mir Bekannt keiner Probleme mit Pharaos Rache, was sich wie ich mitbekommen habe nach einem Tag Aufenthalt im Hotel doch beim ein oder anderen geändert hat, nicht wahr Britta ;-)))
Nach den ersten Tauchgängen in noch Landnähe ging es in unserer ersten richtigen Nacht an Bord Richtung Brother Islands. Geschlafen wurde wie auf Safaris schon eigentlich üblich in der Gruppe an Deck. Warum soll ich auch in einer kleinen Kabine schlafen wo ich über mir nur die Decke habe, wenn ich draußen an Deck schlafe aber den ganzen Nachthimmel! Einfach nachts an Deck liegen und Sterne gucken finde ich klasse, vor allem da man den Himmel in Deutschland eigentlich nie so klar zu Gesicht bekommt.
Die nächsten Tage tauchten wir unter anderem am Daedalus Riff, Zabargad, Rocky Island, Elphinstone Reef wo wir uns den Torbogen das ein oder andere Mal doch genauer angesehen haben. Es ist wirklich interessant, wie der Felsen in der Mitte des Torbogens einem Sarkophag ähnelt. Nicht unerwähnt darf hier bleiben, wie wir bei einem Tauchgang mit dem Zodiac raus gebracht wurden und das kleine Böötchen aufgrund einiger Taucher und Welllengang reichlich Wasser aufnahm und beinahe gekentert wäre. Es war schon faszinierend, als wir nach dem Tauchgang wieder beim Boot auftauchten und das Zodiac noch schwamm und nicht als Wrack eine weitere Attraktion am Riff geworden war.
Morgens nach dem wach werden (Markus meinte immer wir wären zu langsam morgens) absolvierten wir dann unseren ersten Tauchgang am Big Brother am Wrack der Numidia, vorbei an der Aida Richung Boot. Auch die anderen beiden Tauchgänge am Big Brother an diesem Tag waren wirklich klasse. Wir hatten mit dem Wetter wirklich Glück, die See lag ruhig da wie ein deutscher Baggersee, und Markus zeigte uns bei den Briefungs immer wieder Kleinigkeiten auf die wir achten sollten. Ansonsten hatten wir mit ihm unter Wasser eigentlich nicht allzuviel zu tun, denn wir konnten in unseren Buddy-Teams doch im großen und ganzen Tun und Lassen was wir wollten. Abends ging es dann rüber zum Little Brother wo wir schon zu Beginn der Reise unser Highlight hatten. Beim zweiten Tauchgang am Little Brother sahen wir in etwa 40 Metern Tiefe zuerst nur einen Schatten. Eigentlich habe ich ihn gar nicht gesehen, denn ich war mit dem filmen eines Napoleons beschäftigt. Doch Britta zupfte auf einmal an meiner Flosse und zeigt in die Richtung des Schattens. Als wir uns langsam näherten wurde aus dem Schatten ein Mondfisch. Es ist wirklich überwältigend diesen doch kuriosen Fisch auf einmal vor sich zu haben.
Den südlichsten Teil unserer Reise bildeten die St. Johns Riffe, wo wir wirklich sehr schöne Tauchgänge absolvierten, eine Gruppe von einem anderen Boot sah hier sogar einen Manta, wir hatten aber leider nicht das Glück. Dafür hatten wir hier andere Hailights! Graue Riffhaie, Weißspitzenriffhaie und vieles mehr schwamm direkt vor unseren Masken vorbei.
Die Tauchgänge waren wirklich genial, vor allem waren die Riffe nicht so überlaufen wie z.B. vor Hurghada und sehr gut intakt.
Der absolute Höhepunkt war aber das Ras Samadai oder auch Dolphin Riff. Nachdem wir einige Zeit gesucht hatten, sahen wir sie endlich, die Rückenflossen von Delfinen. Nun gab es kein Halten mehr, Flossen, Schnorchel, Maske gegriffen und ab ins Wasser: schnorcheln mit Delfinen. Es war wirklich unbeschreiblich in einer Gruppe von grob geschätzt achtzig Delfinen zu schnorcheln. Wir fragten uns teilweise wer jetzt hier wen beobachtete, ich glaube beide Seiten waren gleich neugierig.
Nicht zu vergessen war natürlich auch der Geburtstag eines unserer Crew-Mitglieder. Einen solchen Abend habe ich selten erlebt, es war schon sehr interessant wie auf einmal die komplette Crew tanzend über das Oberdeck schwebte und sich die Jungs begannen sich gegenseitig ins Wasser zu werfen.
Alles in allem gingen die zwei Wochen viel zu schnell vorbei, es hätte noch gut und gerne zwei Wochen länger dauern können und dürfen, ich glaube niemand hätte etwas dagegen gehabt, oder? Ich, und ich glaube es ging allen so, würde sofort wieder eine Safari auf der Somaya 4 machen. Gut, sie ist nicht so luxuriös wie einige der neueren Safari Boote im Roten Meer, aber ich möchte ja auch tauchen und das kann man an Bord der Kneipp-Flotte nun wirklich. Standardmäßig 15 Liter Stahl Flaschen, auf Wunsch sogar 20 Liter Flaschen. Da kann man schonmal länger unter Wasser bleiben als die Taucher von anderen Booten, die teilweise nach uns ins Wasser gingen und ebenso schnell wieder vor uns aus dem Wasser raus waren.
Fazit dieser Reise: GENIAL, wir haben uns alle super verstanden, hatten unseren Spaß sowohl mit der Crew als auch mit den anderen an Bord. Danken möchte ich an dieser Stelle auch noch Inge: War immer wieder schön dich gasgebender Weise durchs Wasser baggern zu sehen ;-))


